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Multibrand Designsystem für Whitelabeling

Projekt/ Produkt:

Account based Ticketing Whitelabel App

Ziel:

Anpassung des Designsystems an das Geschäftsmodell

Teamzusammensetzung:

UX Designerin, 2 Android Developer, 1 iOS Developer, 2 Projektmanager, später auch 1 Product Owner

Rolle:

Konzeptionelle UX-Leitung (faktisch übernommen) – duale Studentin

Schwerpunkt 1: System-Architektur

Kontext

Ich war als einzige UX-Designerin verantwortlich für die Konzeption und den vollständigen Aufbau eines Multibrand Designsystems und Designs einer Whitelabel Account based Ticketing App die auch nativ entwickelt wurde. Account based Ticketing ist ein modernes, digitales Fahrsystem, das darauf basiert ,dass die Fahrkarte nicht mehr auf einem physischen Medium (Papier/Karte)gespeichert wird, sondern in einem zentralen digitalen Konto.  Funktionen wurden von Kunden trotz übergreifender Inhalte häufig als Einzelwünsche aufgeführt. Das Team für die Überarbeitung bestand aus mir und einem Android-Entwickler. Als Basis lag bereits ein Standard Designsystem vor, welches auf Ressourcenknappheit, wechselnde Kundenanforderungen sowie verschiedene Markenidentitäten angepasst werden musste.

Pink Poppy Flowers

Account Based Ticketing Grundprinzip

Herausforderung

Das Ziel war, das bestehende Designsystem so zu restrukturieren, dass es modular, theming-fähig und langfristig wartbar ist.
Es sollte sowohl unterschiedliche Marken visuell abbilden als auch Konsistenz und Wiederverwendbarkeit über die gemeinsame Basis der Projekte hinweg sichern. Damit sollte das System unterstützend zum Geschäftsmodell (Ausschreibungs & Serviceleistung) beitragen.

Vorgehen

Ich begann mit einer Bestandsanalyse aller bestehenden Komponenten und Styles in Figma.  Durch Workshops und Mapping-Sessions identifizierten wir Prinzipien für das Designsystem. Das war wichtig, da ohne gemeinsame Prinzipien jeder sonst seine eigenen Interpretationen hätte einfließen lassen.

Designsystem-Prinzipien Workshop

1: Einstieg und Icebreaker, 2:Themenfindung, 3: Strukturieren und Priorisieren, 4: Ableitung der Prinzipien

Das System wurde in modulare Bausteine gegliedert, die sich über Variablen thematisch anpassen ließen.
Parallel führte ich regelmäßige Design-Dev-Meetings ein, um Übergaben zu vereinfachen und Missverständnisse frühzeitig aufzulösen. Um den Aufwand bei kundenspezifischen Anpassungen zu reduzieren, analysierte ich das bestehende System und identifizierte redundante Token-Strukturen.
Mein Ziel war, ein flexibles Fundament zu schaffen, das sowohl Geschäftsmodell und Designsystem in Einklang miteinander bringt.

1.2 - Sign in Screen marta
1.2 Sign in Screen octa
1.1 - Welcome Screen marta
1.1 - Welcome Screen octa

Sign in Bereich Marta (Atlanta) und OCTA (Orange County) Text im System sind Platzhalter, die originalen Brand Texte wurden mit Localize gemanaged.

Ich entschied mich bewusst für eine modulare Systemlogik statt schneller Einzelanpassungen.
Diese Entscheidung basierte auf dem Prinzip „Design once, scale everywhere”. Ich  vereinheitlichte redundante Muster, Farben, Typografie und Spacing über Tokens. Ein klar strukturiertes System spart dadurch langfristig mehr Zeit, selbst wenn der initiale Aufwand höher ist.  Durch transparente Kommunikation, Developer Support und Dokumentation konnte ich das Team in die neue Systematik einbinden. Ein wichtiger Schritt, um Akzeptanz zu sichern.

Vorher

Component Tokens exc: search-border-active

( exemplarische Darstellungen ) Die alte Struktur war stark komponentenorientiert und schwer skalierbar.

Nachher

semantic Tokens exc: surface on-surface

In der neuen Version definierte ich ein themenbasiertes Token-System.

Outcomes

Das neue Designsystem reduzierte den Design- und Entwicklungsaufwand deutlich.
Änderungen an Markenfarben oder Typografie ließen sich innerhalb weniger Minuten systemweit anwenden.
Das Team arbeitete dadurch konsistenter und Rückfragen oder Rework-Phasen gingen spürbar zurück.

2 mal schnelleres Feature Design Durch modulare Komponenten und ein einheitliches Designsystem.
Zeitersparnis in der Entwicklung Weniger Rückfragen und klar dokumentite Komponenten beschleunigten die Übergabe an die Entwicklung.
3x schnelleres Theming Die Anpassung an neue Kundenmarken verkürzte sich auf 3-4 Wochen auf nur 1 Woche.
weniger Abstimmungszeit Dank klar definierter Prozesse
Bild von Komponenten strukturell organisiert

250+ Komponenten,Varianten

Schwerpunkt 2: Governance & Dokumentation

Kontext

Im weiteren Projektverlauf änderten sich die Anforderungen des Mutterkonzerns und der amerikanischen Kund*innen massiv.
Behördliche Richtlinien verlangten detaillierte, nachvollziehbare Dokumentation jedes Features.
Die Kund*innen nutzte das Figma-File ebenfalls als eigene Q&A-Quelle (ein ungewöhnlicher, aber verbindlicher Prozess).
Vorhandene Design-Dokumentationen reichten dadurch nicht mehr aus, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Herausforderung

Ziel war es, alle Komponenten, Screens und Feature-Flows eindeutig zu nummerieren, nachvollziehbar zu dokumentieren und gleichzeitig die Modularität des Systems beizubehalten.  Die Struktur sollte Kund*innen eine klare Orientierung bieten, ohne den Designprozess zu verlangsamen.

Bild von screen Komponente , über dem Frame Titel 2.1.1 Add Crd Modal

Durchnumerierung jedes Screen/Feature  Moduls

Vorgehen

Ich restrukturierte die Figma-Datei nach dem Navigations-Modell der App, um eine bessere Übersicht für Kunden möglich zu machen.
Jede Seite repräsentierte nun ein Feature und enthielt zusätzlich einen Changelog, in dem jede Änderung für die Kund*innen dokumentiert wurde.
Feature-Flows wurden nummeriert und über konsistente Verknüpfungen miteinander verbunden, um Navigation und Nachvollziehbarkeit zu erleichtern.  Zudem optimierte ich Farbcodes, Layering und Accessibility gemäß WCAG 2.0, sodass das System barrierefrei und Audit-fähig blieb.  Durch ein gezieltes Lizenzmanagement in Figma wurden ungenutzte Seats entfernt, was die Übersicht für Entwickler*innen und PMs zusätzlich verbesserte.

Vorher

typischer seitenaufbau componentn, Farben, UX, Wireframes, UI

Nachher

neuer Aufbau, Komponenten, Brand Elements, 1 Welcome, -> 1.1 Splash Welcome, 2.0 Fare Media
Design Changelog. Shows date name, status updated and an excample text.
Shows Screen ad whole Feature low set up as  component

Die Entscheidung, Nummerierungen und Changelogs einzuführen, war strategisch.  Sie schufen Vertrauen und Transparenz gegenüber Kund*innen, die an streng dokumentierte Prozesse gewöhnt waren.  Statt die Modularität zugunsten der Dokumentation aufzugeben, kombinierten wir beides durch klare Regeln, Labels und Systemverweise.  So blieb das System trotz bürokratischer Vorgaben effizient nutzbar.

Kunden Feauture Matrix, Feautures können durch toggles skalierbar an und ausgeschaltet werden.

Kund*innen Feature Matrix

Mini-Challenge: Figma Lizenzrestriktionen

Um das Produkt für weitere Kunden skalierbar aufzusetzen, war ein Figma-Upgrade nötig, um skalierbares Variablen-Theming nutzen zu können.

 

1         Accounts konsolidiert. Redundante Accounts validiert und entfernt.
2.         Kollaboration vereinfacht. Wege validiert, wie Entwickler ohne Dev-Modus arbeiten konnten.

3.         Kosten stabil gehalten. Kosten konnten trotz 3.-fach teurerer Einzel-Lizenzen gleich gehalten werden.

ABT Whitelabel

Outcomes

Die neue Struktur reduzierte Rückfragen der Kund*innen drastisch und verbesserte die Zusammenarbeit mit Entwickler*innen und Projektmanager*innen.  Figma wurde zu einem nachvollziehbaren, dokumentierten System, das sowohl technische als auch behördliche Anforderungen erfüllte.  Das Team konnte Features schneller freigeben, ohne dass UX-Qualität oder Systemkonsistenz darunter litten.

Reduzierte Rückfragen Dank nummerierter Flows und konsistenter Changelogs konnte dasDev- und PM-Team schneller auf Informationen zugreifen
Vertrauen & Transparenz für Kund*innen Weniger Rückfragen und klar dokumentierte Komponenten beschleunigte die Übergabe an die Entwicklung.
3x weiterer Zugewinn an Schnelligkeit bei Theming Die Anpaassung an neue Kundenmarken verkürzte sich von 1 Woche auf 1-3 Tage.
Strategischer UX-Impact trotz Ressourcenbegrenzung Dokumentation + modularität schaffen langfristigeEffizienz und Nachvllziehbarkeit.
Learnings

Diese zwei Phasen im Lifecycle des Produkts haben mir gezeigt, dass gutes UX-Design nicht nur im Interface entsteht. Erst in der Struktur dahinter zeigt sich, ob ein System robust und dokumentiert ist und Vertrauen schafft, intern wie extern.
Ich habe dadurch gelernt, wie wichtig es ist, Modularität, Transparenz und Pragmatismus auszubalancieren, besonders wenn Prozesse bürokratischer werden. Auch in engen Rahmenbedingungen kann UX strategisch wirken, wenn man konsequent Klarheit schafft.

Klare Rollen & Ownership sicern UX-Qualität
Priorisierung & Selbstschutz verhindern Überlastung
Transparente kommunikation & Dokumentation schützen produkt & Team
Management Unterstützung ist entscheidend für nachhaltige UX
Strategie über Quick Fixes -> Trotz Ressourcenknappheit für Skalierbark entschieden.
Nächstes Projekt: 2 Wochen, 1 Webshop, $200.000
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